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It's time for ORIENTEERING

16 Schülerinnen und Schüler des dritten Semesters lernten im Rahmen des GK Fitness von Herrn Schwartz im Herbst 2016 die Sportart Orientierungslauf (kurz: OL) kennen.

Im OL-Wettkampf werden mit Hilfe von Karte und Kompass Kontrollpunkte im Gelände (rot-weisse OL-Posten) in vorgegebener Reihenfolge angelaufen. Der genaue Standort der Posten ist auf der Karte eingetragen. Zur Kontrolle, dass der Läufer die Posten angelaufen hat, quittiert er jeden Posten mit einem elektronischen Chip. Die Faszinationen dieser Sportart sind das selbständige Planen und Finden von Routen, das Erfolgserlebnis beim Anlaufen eines Postens und das Erleben der Natur.

Die für den Sport charakteristische Mischung aus einer Ausdauerleistung im Gelände und der gleichzeitigen Bewältigung geistiger Herausforderungen wurde im Gemeindepark Lankwitz geübt. Alle hatten sichtlich Spaß daran, teamweise Zungenbrecher, Vierzeiler und Witze auswendig zu lernen oder mathematische Textaufgaben zu lösen, während sie im Umfeld der kleinen Anhöhe nach nummerierten Kärtchen suchten, um dem Spielleiter das jeweilige "Passwort" nennen zu können, das sie dem Ziel näher brachte.

Anfang Oktober wurde im Stadtpark Steglitz der Ernstfall geprobt. Eine richtige OL-Karte stand zur Verfügung, um bis zu 15 Posten im Gelände zu finden - oder eben auch nicht ;-)  Mario bewältigte den Übungs-OL am erfolgreichsten, andere taten sich bereits mit dem Aufspüren des ersten Postens schwer...

Im November bot sich den Kursteilnehmer*innen schließlich die Chance an einem "echten" OL im Berliner Umland teilzunehmen. Acht Personen packten die Gelegenheit beim Schopfe und erlebten so einiges. Aber lesen Sie selbst...

Orientierungslauf oder Irrlauf?

Ausgeschlafen und mit vollem Optimismus sind wir - drei Schüler aus dem Fitness-Grundkurs - am Samstagmorgen am Orientierungslauf in Seddin, unweit von Potsdam, angetreten. Dort angekommen, erhielten wir von Herrn Schwartz eine ordentliche Einweisung, wie man sich mithilfe eines Kompasses und einer Karte am besten in einem Wald orientieren kann. Es schien also nicht schwer zu sein, der Karte zu folgen.
Herr Schwartz war der erste von uns, der gestartet ist, denn er hatte auch einige Kilometer mehr vor sich als wir Schüler. Doch schon einige Minuten später standen AJ und ich in den Startlöchern, gefolgt von Ketmanee und ihrem Freund Sebastian. Wir erhielten am Start die Karte für unsere 4 km-Beginnerbahn und rannten los. Die frische Wald-Luft schien uns gut zu tun, denn innerhalb von 40 Minuten schafften wir es 6 von 12 Stationen zu finden. Wir waren zu diesem Zeitpunkt so glücklich und ehrgeizig, dass wir dachten, wir würden die ersten sein, die am Ziel eintreffen. Darum änderten AJ und ich unsere Strategie und dachten, wenn wir quer durch den Wald rennen, abseits des Weges, werden wir in noch kürzerer Zeit die nächsten Stationen finden, um möglichst schnell ans Ziel zu gelangen.

OL3

Doch da hat der euphorische Ehrgeiz uns leider überholt. Nachdem wir eine halbe Stunde versuchten uns anhand der Karte und des Kompasses zu orientieren, stellten wir fest, dass wir weder wissen, wo wir uns befinden, noch eine Ahnung haben, wo unser Startpunkt war. Weit und breit war kein Orientierungsläufer mehr zu sehen. Hilflos standen wir mitten im Potsdamer Wald und ahnten, dass Herr Schwartz schon längst fröhlich durchs Ziel gelaufen sein wird. Das spornte uns an, so schnell wie möglich aus diesem Wald heraus zu kommen.
Ich startete mein GPS-System auf dem Handy und dank Google Maps folgten wir einem Weg der uns zurück ins Warme bringen sollte. Am Teufelssee vorbei, über weiche Mooswiesen, über Hügel, Brücken und Eisenbahnschienen waren wir plötzlich mitten im „Standortältesten Militärischen Sicherheitsgebiet“.

OL2

 

Spätestens hier stellten wir fest, dass das eingegebene GPS-Ziel nicht dem Richtigen entsprach. Riesige Zäune mit Stacheldraht umgaben uns mitten im Wald und weit weg von unserem eigentlichen Ziel, dem Startpunkt unseres Laufes. Nun fing es auch noch an zu regnen und der Weg in die Zivilisation war kaum sichtbar. Doch dann hörten wir Autos, dank der ruhigen Waldverhältnisse. Wir versuchten, so gut es ging, unseren Ohren zu folgen, um wenigstens wieder von Menschen umgeben zu sein. Doch das Militärschutzgebiet war genau zwischen uns und der Straße. Weitere Kilometer gingen drauf, bis wir das gesamte Geländer umlaufen und Zäune überquert hatten. Schließlich kamen wir an einer Bushaltestelle in Beelitz, weit südlich Seddins, an. Von dort aus konnten wir Herrn Schwartz kontaktieren, der uns mit dem Auto von dort abholte. Ketmanee und Sebastian waren schon längst wieder im Warmen nach ihrem erfolgreichen Lauf.
Nach wenigen Minuten empfing Herr Schwartz uns schon mit einem gemütlichen, großen Auto. AJ und ich waren so froh endlich auf dem Weg nach Hause zu sein und die Rückfahrt schien so entspannt zu werden. Doch als wäre es nicht genug gewesen, dass wir stundenlang hilflos durch einen Wald irrten, blieb das Auto mitten auf der Berliner Stadtautobahn stehen. Es bewegte sich nichts mehr und Herr Schwartz kontaktierte einen Abschleppdienst. Bevor er jedoch dies tat, brachte er uns von der Autobahn in Sicherheit und aus der Ferne konnten wir schon mit dem S-Bahnhof Südkreuz unsere heimatlichen Gefilde erkennen. Von dem Zeitpunkt an lief wieder alles wie nach Plan und wir gelangten, nachdem wir 16 Kilometer im Wald zurückgelegt hatten, endlich zuhause an.

Obwohl es für AJ und mich eher wie ein Irrlauf zuging, haben wir uns vorgenommen beim nächsten Orientierungslauf wieder anzutreten und unseren euphorischen Ehrgeiz etwas zu unterdrücken, um nicht wieder vom Weg abzukommen. Trotz all der Strapazen hat es uns großen Spaß gemacht von so vielen sportbegeisterten Menschen umgeben zu sein und danken Herrn Schwartz für dieses Erlebnis.

Runa-Marie Dubrow, 3. Semester
19. November 2016